Mongolei 8

15.04. – 30.05.2017

Fahrstrecke: 5690 km, hiervon 3550 km Pisten

Gesamtstrecke: 37.363 km

Strecke: Ulan Bator, Hustain Nuruu NP, Baga Gazaryn Chuluu, Tsagaan Suvarga, Dalanzadgad, Bayanzag (Flaming Cliffs), Yolyn Am (Geierschlucht), Khongoryn Els, Nemegt Uul, Gurvantes, Ekhiyn Gol, Gobi A NP, Bayantooroi, Gobi B NP, Altai, Südroute, Arvaikheer, Orkhon Valley, Kharkhorin, Ugii Nuur, UB, Kloster Amarbayasgalant

Am nächsten Morgen waren wir von Schneegestöber umgeben. Wintereinbruch?! Wir nutzten die Zeit für die Webseite und unerledigten Papierkram. Einen Tag später hatte sich der Winter wieder verzogen und der Schnee war geschmolzen.

Unser Weg zum Orkhon Wasserfall führte durch weite, inzwischen grüne Täler. An diversen Stellen musste Umfahrungen genommen werden weil die Talsohlen aufgeweicht waren. Schon von weitem sahen wir den kleinen 4×4 und seinen Fahrer, barfuß bis zu den Knien, im Matsch stehen. Wir näherten uns vorsichtig auf sicherem Terrain, hängten den Kleinen bei uns an und zogen ihn aus dem Matsch. Überglücklich kletterte nach und nach die Großfamilie aus dem Wagen und wollten uns mit ihrem ganzen Reiseproviant beschenken.

Hinter Khujirt erreichten wir bald das obere Orkhon Tal und für die nächsten 40 km geht die Fahrt am Rande der weiten Talaue mit größtenteils durchweichten Spuren. Ab dem Ort Bat-Ulzii wurde die Piste härter, es ging nun über Basaltlava.

Orkhon Tal


Wir erreichten noch vor Sonnenuntergang unser Ziel, aber leider lag der Wasserfall schon total im Schatten. Aber am nächsten Morgen beschien die Sonne das gute Stück und wir hatten den Wasserfall ganz für uns alleine.

Orkhon Wasserfall


Orkhon Wasserfall



Auf dem Rückweg wählten wir diesmal die Piste auf der anderen Flussseite nach Kharkorin. Diese Strecke gefiel uns noch besser als der Hinweg und sie war deutlich trockener.


Nachtplatz mit Ausblick



Kraniche

Hirschstein auf einer Grabanlage

In 2016 waren wir an einem der wenigen Regentage durch Kharkorin gekommen, so nutzten wir diesmal die Gelegenheit vom Kloster Erdene Zuu noch ein paar sonnige Fotos zu schießen.

Kloster Erdene Zuu


Kloster Erdene Zuu


Touristen in historischer mongolischer Kleidung

Wir verließen die Stadt nach Norden auf einer ca. 50 km langen Teerstraße, die von der türkischen Regierung finanziert wurde. Warum? Am Ende der Straße liegen zwei bedeutende alttürkische Gedenkstätten aus dem 8. Jh. Khoshoo Tsaidam (Bilge Khan). Ein modernes Museum haben die Türken gleich mitfinanziert.

Bilge Khan Museum

Auf Piste fuhren wir weiter nördlich zum Ugii Nuur und suchten uns ein schönes Plätzchen in Ufernähe. An Aussteigen war aber nicht zu denken, überall schwirrten Myriaden von riesigen Stechmücken (5-mal so groß wie in Deutschland). Also traten wir den Rückzug an und auf einem Hügel in einiger Entfernung zum See war es dann besser.

Ugii Nuur

Bevor unsere Gobi-Runde in Ulan Bator ihren Abschluss fand, legten wir noch an der Burgruine Khar Bukhyn Balgas einen Stopp ein. Die Festung wurde im 17. Jh. kunstvoll aus Schieferplatten errichtet.

Burgruine Khar Bukhyn Balgas



In Ulan Bator gönnten wir uns und unserem Paulchen nach den Strapazen der Gobi Etappe einen Wellnesstag – Wäsche, Ölwechsel, Abschmieren und auch die Räder mussten getauscht werden, denn das Profil der Vorderreifen war komplett runtergefahren.

Kleines Hot Pot Menü

Wartung mit vereinten Kräften

Zum Abschied fuhren wir mit unseren Freunden von Extratour und den ersten Schweizer Gästen bei bestem Wetter an den Fluss Tuul zum Grillen. Es gab leckere, mongolische Schaschlik Spieße, deutschen Kartoffelsalat und Khorkhog. Khorkhog ist durch heiße Steine gegartes Fleisch mit Kartoffeln und Gemüse. Alle mussten dann in der Nacht noch nach Hause fahren, wir hatten ja unser Haus dabei und konnten entspannt am Fluss übernachten.

Nicht jeder Toyota ist offroad – tauglich

Grillparty


Grillparty

Im letzten Jahr hatten wir den Besuch der Klosteranlage Amarbayasgalant mehrmals verschoben, nun sollte es definitiv angehen.

Auf dem Weg nach Norden ging die Steppe zusehends in Felder über. Wie wir hörten, produziert die Mongolei sogar Überschüsse an Getreide, die dann u.a. nach Nordkorea exportiert werden.

Getreidefelder

Wie im ganzen Land werden auch hier mehr und mehr Teerstraßen gebaut und bald ist die Klosteranlage wohl auf einer Teerstraße zu erreichen. Das ist sicher einerseits ganz angenehm, aber das Flair der Mongolei geht unserer Meinung nach auch etwas verloren.

Kloster Amarbayasgalant

Die große Klosteranlage aus dem 18. Jh. ist sehr schön gelegen und überdauerte teilweise die Zerstörungen von 1937. Ein Mönch führte uns durch die Anlage und erklärte uns alles. Abends parkten wir unterhalb des Stupas und bestaunten die Anlage bei einem herrlichen Sonnenuntergang.

Kloster Amarbayasgalant


Kloster Amarbayasgalant


Kloster Amarbayasgalant


Kloster Amarbayasgalant


Kloster Amarbayasgalant



Stupa






Am nächsten Morgen machten wir nochmals einen Rundgang durch die Anlage und konnten den Mönchen beim Gebet zuschauen. Im Winter findet dies in der beheizbaren Jurte statt, wenn es wärmer ist zieht man wieder in den Haupttempel.

Die beheizbare Gebetsjurte für den Winter


Auf Wiedersehen Mongolei – wir kommen wieder.

Jetzt war es definitiv Zeit die Mongolei zu verlassen. Da unser Auto nun fast 8 Monate im Land war (offiziell erlaubt sind 6 Monate), hatten wir ein etwas ungutes Gefühl. An der Grenze wurde Achim zwar zum Zoll hinein gerufen, aber nach kurzer Erklärung konnten wir das Land problemlos mit Paulchen verlassen.

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