Russland 11

03.10. – 19.10.2017

Fahrstrecke: Russland: 5215 km

Gesamtstrecke: 62.464 km

Strecke: Ölgii, Kosh Agach, Biysk, Novosibirsk, Omsk, Ufa, Kazan, Niznij Novgorod, Moskau

Zwei Tage nach unserem 2. Adlerfest, dem „Golden Eagle Festival“ reisten wir zum letzten Mal aus der Mongolei aus. Uns hatte das unbekanntere „Altai Eagle Festival“ besser gefallen, es wirkte für uns authentischer. Dort waren weniger Touristen vor Ort und das Wetter war definitiv schöner und wärmer.

Am mongolischen Grenzposten hatten uns zwei Tramper um Mitfahrgelegenheit gebeten, da man die Grenzen nicht als Fußgänger passieren darf. Tatyana (Russin) und Taylor (Amerikaner – er hatte problemlos ein 3-Jahres Multiple Entry Touristen-Visum für Russland bekommen! Für Deutsche gibt es nur 30 Tage Touristenvisa!) nahmen wir noch mit bis zum ersten Städtchen Kosh Agach, wo uns Tatyana noch bei der Beschaffung einer neuen SIM behilflich war. Nachdem wir die Tanks wieder mit günstigem Diesel (ca. 0,48 €) gefüllt hatten, ging die Fahrt flott weiter, denn wir hatten noch einige tausend Kilometer vor uns.

Der Herbst war im Altai schon weit fortgeschritten und viele Bäume kahl, aber das Stück entlang des Flusses Chuya beeindruckte uns wieder sehr. Ein Stück weiter nördlich lag auf einem der Pässe schon Schnee.

Dank guter Straßen in Russland kamen wir recht zügig voran. Ab Novosibirsk ging es nach Westen durch die Westsibirische Tiefebene bis zum Ural. Hier wechselten sich Birkenwälder, sumpfige Wiesen und Getreidefelder, die noch im Oktober abgeerntet wurden, ab. Der Ural, von der Höhe her eher ein Mittelgebirge, bildet die geographische Grenze zwischen den Kontinenten Asien und Europa. Hier verließen wir also Sibirien und Asien und erreichten den europäischen Teil Russlands.

Europa hat uns wieder!

Ab Ufa fuhren wir nordwestlich in Richtung Moskaus weiter. Für den Rest der Strecke konnten wir uns mehr Zeit lassen und etwas Sightseeing einbauen ohne Gefahr zu laufen das Russland Visum zu überziehen.

In Kazan, der Hauptstadt der Republik Tatarstan, besuchten wir unseren ersten Kreml. Ein Kreml ist die russische Version einer Festung oder Zitadelle im Mittelalter und bildete das Zentrum alter Städte. In ihm waren alle wichtigen Institutionen angesiedelt. Tatarstan ist das Zentrum des Islam in Russland und so wundert es nicht, dass dort im Kreml neben einer russisch-orthodoxen Kirche auch eine islamische Moschee steht.

Kazan, Kreml


Kazan, Kul-Scharif-Moschee


Kazan, Gouverneurspalast

Kazan, Maria-Verkündigungs-Kathedrale


Kazan

Nicht weit von Kazan liegt ebenfalls an der Wolga die Halbinsel Swijaschsk. Hier ließ „Iwan der Schreckliche“ 1551 im Krieg gegen Kazan innerhalb von vier Wochen eine hölzerne Festung errichten. Überreste dieser Festung gibt es nicht mehr, aber durch die Gründung mehrerer Klöster entwickelte sich Swijaschsk im 18. Jahrhundert zu einem religiösen Zentrum. Bei sehr bescheidenem Wetter erkundeten wir diese UNESCO Sehenswürdigkeit (seit 2017), ein Mix aus Museumsinsel und regulärem Dorf.

Swijaschsk

Swijaschsk, Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale

Niznij Novgorod, das ehemalige Gorki, auch an der Wolga gelegen, bietet neben einem Kreml eine schöne Fußgängerzone mit einem Prachtbau der russischen Zentralbank. Absolut sehenswert fanden wir die Alexander-Nevskij-Kathedrale.

Niznij Novgorod, Kreml

Niznij Novgorod, Zentralbank

Niznij Novgorod, Kreml



Niznij Novgorod, Alexander-Nevskij-Kathedrale

Unser letztes Ziel war Moskau. Wir checkten auf dem Campingplatz Sokolniki ein und planten für zwei Tage die Stadt zu erkunden. Am ersten Tag wollten wir uns mit Andrey treffen, den wir im Juli am Baikalsee kennen gelernt hatten. Andrey holte uns bei regnerischem November-Wetter zum Sightseeing ab.

Er fuhr mit uns kreuz und quer durch das Stadtzentrum und zwischendurch unternahmen wir Spaziergänge zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten. Wir besuchten verschiedene Hochhäuser, die alten aus der Stalinzeit und die neuen in der „Moskau City“. Auch waren wir in der rekonstruierten Christ-Erlöser-Kathedrale und auf dem Arbat, der ersten Moskauer Fußgängerzone. Gegen Abend brachte uns Andrey völlig erledigt zum Auto zurück und gab uns noch reichlich Anregungen für den zweiten Besichtigungstag. Wir fanden es schön Andrey wieder zu treffen.

Moskau, Stalinsches Hochhaus im Zuckerbäckerstil


Moskau, Kazaner Bahnhof

Moskau, Christ-Erlöser-Kathedrale

Moskau City


Am folgenden Tag nahmen wir die Metro ins Zentrum und hatten nur wenige Besichtigungspunkte auf dem Plan, den Kreml mit rotem Platz, das Kaufhaus Gum sowie verschiedene sehenswerte Metrostationen. Damit war der Tag aber mehr als ausgefüllt.

Moskau, Rüstkammer im Kreml


Moskau, Rüstkammer im Kreml


Moskau, Kreml


Moskau, Kreml



Moskau, Historisches Museum

Moskau, Basiliuskathedrale


Moskau, Kaufhaus GUM


Moskau, Kaufhaus GUM


Moskau, Stalinsches Hochhaus im Zuckerbäckerstil

Moskau, Historisches Museum

Moskau, Roter Platz


Moskau, Kaufhaus GUM


Moskau, Basiliuskathedrale


Moskau, Stalinsches Hochhaus im Zuckerbäckerstil


Moskauer Metro


Moskauer Metro


Moskauer Metro


Moskauer Metro

Von Moskau aus fuhren wir auf der M9 zur russisch – lettischen Grenze, wo wir nach insgesamt 88 Tagen Russland verließen.

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