Mongolei 6

15.04. – xx.xx.2017

Fahrstrecke: xxxx km, hiervon xxxx km Pisten

Gesamtstrecke: 31.672 km

Strecke: Ulan Bator, Hustain Nuruu NP, Baga Gazaryn Chuluu, Tsagaan Suvarga, Dalanzadgad, Bayanzag (Flaming Cliffs), Yolyn Am (Geierschlucht), Khongoryn Els, Nemegt Uul, Gurvantes, Ekhiyn Gol,

Nun war es also soweit, nach 5 Monaten Winterruhe in Deutschland starteten wir zur Fortsetzung unserer Reise mit dem Flieger zurück in die Mongolei. Obwohl alles im LKW geblieben war hatten wir dennoch mächtig viel Gepäck, Ersatzteile für Kocher, Kühlbox usw., Ölfilter, Scheinwerferglas, Mitbringsel und auch ein paar deutsche Leckereien.

In Ulan Bator fuhren wir direkt zu unserem Paulchen und holten ihn aus seinem Winterquartier. Die ersten Instandsetzungsarbeiten erledigte Achim direkt bei Bagi, Wasser wurde aufgefüllt, Gepäck verstaut und schon waren wir auf dem Weg zu unserem Stellplatz.

Am Sonntagabend hatten wir uns mit den Mädels von Extratour zu einem Bier verabredet. Alle sprechen prima Deutsch, so war die Kommunikation kein Problem und wir hatten einen feucht fröhlichen Abend im „mongolischen Hofbräuhaus“.

Bevor wir aufbrachen mussten noch die Visa verlängert, eine Autoversicherung abgeschlossen und neue Essensvorräte angelegt werden. Frank, ein Deutscher der seit einigen Jahren in UB lebt (www.mongoleiverliebt.blogspot.com ), besuchte uns auf ein Bier im LKW. Er brachte uns zum Einkauf in einen Großmarkt und ruckzuck waren alle Lücken im Auto wieder aufgefüllt.

Unser Plan war dieses Mal die südliche Mongolei zu erkunden und die Wüste Gobi von Osten nach Westen zu durchqueren. Dabei standen die touristischen Highlights im östlichen Teil natürlich auch mit auf dem Programm. Die Gobi ist die drittgrößte Wüste der Erde, sie besteht hauptsächlich aus Fels und Geröll, nur etwa 3% sind Sandgebiete. Bei alle dem mussten wir abwarten wie Andrea wegen ihrer noch nicht komplett verheilten Schulterfraktur u.a. mit den Geländefahrten zu Recht kommen würde.

Grabanlage Ongot Grave

Als Aufwärmrunde wählten wir einen Abstecher durch das Tuul Tal zum Hustain Nuruu NP, wo seit 1992 Przewalski Pferde (Wildpferde) in der Heimat ihrer Urahnen wieder angesiedelt werden.

Hustain Nuruu NP, Maralhirsche

Hustain Nuruu NP, Przewalski Pferde mit zotteligem Winterfell



Hustain Nuruu NP, Przewalski Pferd mit zotteligem Winterfell

Zur Gobi ging es auf der Teerstraße nach Dalanzadgad, wir unternahmen aber einige Abstecher rechts und links der Straße. Zuerst zum Granitgebirge Baga Gazaryn Chuluu, das mit seinen imposanten Felsenburgen hoch aus der endlosen Steppe empor ragt. Hier verbrachten wir, versteckt zwischen den Felsgebilden eine Nacht und fuhren am nächsten Morgen weiter zur Klosterruine Khukh Burd. Sie befindet sich auf einer Insel und soll aus dem 16. Jahrhundert stammen.

Granitgebirge Baga Gazaryn Chuluu


Granitgebirge Baga Gazaryn Chuluu


Klosterruine Khukh Burd

Der Winter war erst kürzlich zu Ende gegangen und die spärliche Vegetation der Steppe zeigte sich noch in gelb-braunen Tönen. Dennoch waren die Temperaturen recht angenehm, nur nachts gab es gelegentlich noch Frost.

Eine Piste östlich der Teerstraße brachte uns in die Erosionslandschaft Tsagaan Suvarga. Regen und abfließendes Wasser formt hier kegelartige Erosionsreste und farbige Schichtstufen an den Steilwänden. Hier trafen wir den ersten Minibus mit Touristen.

Kamelkindergarten im Winterfell

Das erste spärliche Grün

Erosionslandschaft Tsagaan Suvarga



Erosionslandschaft Tsagaan Suvarga

In der Provinzhauptstadt Dalanzadgad deckten wir uns und Paulchen für den Ritt durch die Wüste mit Wasser, Lebensmitteln und Diesel ein. Zum nächsten Highlight, den Flaming Cliffs, fährt man etwa 80 km über endlose Steppe mit spärlichem Bewuchs. Das Erosionsgebiet mit den Sandsteinstufen liegt fast verborgen in der Ebene. Hier wurden in den 1920ern bei mehreren Expeditionen des American Museum of Natural History spektakuläre Dinosaurierfunde gemacht und auch die ersten Eiernester dieser Urweltechsen entdeckt.

Warten auf Wasser

Flaming Cliffs


Flaming Cliffs

Die tief stehende Sonne morgens und abends lässt die Felswände in satten Gelb- und Rottönen leuchten. Wir verbrachten eine Nacht in diesem interessanten Gebiet und besuchten am nächsten Tag den in der Nähe stehenden Trockenwald. Solch einen Saxaulwald findet man in der Gobi nur noch selten, da diese Boden verfestigende und Wind wiederstehende Pflanzen illegaler Weise wegen ihres hohen Brennwertes abgeholzt werden.

Saxaul


Um zum nächsten touristischen Pflichtpunkt zu gelangen fuhren wir die Ebene wieder fast komplett retour, fanden dann glücklicherweise eine kleine Piste direkt in die Berge und zum Eingang der Geierschlucht. Zu dieser Jahreszeit hat man noch freien Zutritt und auch die Souvenir-Jurten sind noch geschlossen. Zunächst ging es noch 10 km hinein in die Berge bis zum Ausgangspunkt des Wanderwegs an das Ende der Geierschlucht. Ein kleiner Bach führt durch die Schlucht und bis in den Sommer soll dort noch Schnee anzutreffen sein. Nun war es aber erst Ende April und schon bevor das Tal sich verengte säumten große Schneeflächen unseren Weg. Später führte der Fußweg entlang des Berghanges und bis ganz zum Ende zu gehen war schließlich nicht möglich, da die Eisflächen den gesamten Grund bedeckten und vom Bach unterspült waren. Wir kehrten zum Wagen zurück und verbrachten die Nacht auf dem Parkplatz.

Geierschlucht

Das Ende der Geierschlucht

Weiter nach Westen lag unser nächstes Ziel, Khongoryn Els, das längste Wanderdünengebiet der Mongolei. Das etwa 180 km lange Dünengebiet liegt in der Ebene zwischen zwei parallel verlaufenden Bergketten. Man fährt entlang der Nordflanke, hier sind die Dünen steiler und die Ausblicke spektakulärer. Ab hier verließen wir die Touristenroute, querten die Dünen und fuhren an deren Südseite weiter nach Westen.

Khongoryn Els


Khongoryn Els


Khongoryn Els


Die Dichte der Pisten in den gängigen Navigations Apps wurde nun recht übersichtlich und wir zogen Kartenmaterial und Kompass zur Unterstützung mit heran.

Inzwischen waren nicht nur die Nächte wärmer sondern die Tages-temperaturen konnte man als sommerlich bezeichnen. Nach zwei Tagen erreichten wir das südliche Vorland des Nemegt Uul mit seinen tiefen und spektakulären Schluchten. Zwei Tage erforschten wir dieses große Gebiet per Auto und auch zu Fuß und entdeckten ständig neue Fotomotive.

Schluchten am Nemegt Uul


Schluchten am Nemegt Uul


Schluchten am Nemegt Uul



Paläontologische Expeditionen fanden und finden in dieser Region mit Saurierfunden statt. Die Erosion legt immer neue Relikte aus der Urzeit frei. So hatten auch wir Glück und entdeckten mehrere versteinerte Knochenstücke.


Das Weiße sind alle versteinerte Dinoknochen

Nach diesen spannenden Tagen fuhren wir nach Gurvantes, der letzten nennenswerten Ortschaft auf unserem Weg nach Westen zum Gobi B Nationalpark (ca. 700 km Luftlinie), und füllten Wasser und Diesel auf.

Es gab einen Wetterwechsel, Sturm zog auf und es wurde kühler. Der Wind peitschte uns aus Westen entgegen und die Luft war voller Sandstaub. Wie so oft gab es nicht nur eine Piste, sondern über mehrere Kilometer in der Breite viele Parallelpisten. Und das in hügeligem Gelände, dass man bald die Übersicht verlor. Glücklicherweise hatte Andrea von ihrer Mongoleireise in 2000 einige GPS Koordinaten, die sich nun als sehr hilfreich für unsere Navigation erwiesen.

Am nächsten Morgen war dann alles weiß, aber der Sturm fegte unverdrossen über das Land.


Wir verließen das Bergland und kreuzten riesige Ebenen mit spärlichem Bewuchs. Die Besiedlungsdichte nahm rapide ab. Im übrigen Land sieht man eigentlich immer irgendwo am Horizont eine Jurte stehen, hier entdeckten wir nur alle 30 – 50 km eine Behausung.


Schließlich erreichten wir Ekhiyn Gol, laut Reiseführer eine bedeutende Oase mit Obst- und Gemüseanbau. Dies scheint Vergangenheit, die meisten der Steinbauten stehen leer und die wenigen verbliebenen Einwohner scheinen keine Gärten mehr zu bestellen. Auf der einzigen grüner Wiese standen Schafe und weideten. In den kleinen Pappelwäldchen entdeckten wir leider viele vertrocknete Bäume.

Ekhiyn Gol



Pappelwäldchen



Etwas außerhalb der Siedlung suchten wir uns einen Nachtplatz, um am nächsten Tag den Einstieg in die Piste nach Bayantooroi zu finden.

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